3.2. Gibt es Pakete, die man auf keinen Fall austauschen sollte?

Keywords: update | Versionen | glibc

3.2.1

Ja, es gibt Pakete, die man nicht updaten sollte.

Oft wird man vor einem Kernel-Update gewarnt. Das ist nicht ganz ungefährlich, aber es ist problemlos zu schaffen. Weiteres siehe Kernel-Update.

Viel gefährlicher ist ein Update der glibc, denn diese ist sozusagen das Rückgrat der ganzen Distribution. Wenn man die glibc auf eine andere Version aktualisiert, laufen viele Programme nicht mehr, darunter auch rpm, sodass das erneute Einspielen der ursprünglichen glibc sehr schwierig wird.

Die einzige Möglichkeit in einem solchen Fall besteht darin, aus einem Rettungssystem heraus die ursprüngliche glibc wieder zu installieren. Das geht folgendermaßen:

  • von der Installations-CD booten
  • die Linux-Partition mounten:
     mount /dev/hda1 /mnt 
    (Partitionsname natürlich anpassen)
  • nachsehen, wohin die CD gemountet ist und wo auf der CD das glibc-Paket liegt
  • die Original-glibc mit folgendem Befehl wieder installieren:
     rpm --root /mnt -Uhv --force /pfad/zu/glibc-x.y.z.rpm

Falls ein Programm eine andere Version der glibc verlangt, sollte man dieses Programm neu kompilieren. Meist läuft es dann auch mit der vorhandenen glibc. Oft genügt es, das Source-RPM neu zu kompilieren (siehe Wie wandelt man ein Source-RPM in ein (Binär)-RPM um?).

Wenn man unbedingt eine neue glibc braucht, ist es die sicherste Lösung, die komplette Distribution upzudaten.

Vom Update-"Verbot" ausgenommen sind lediglich glibc-Pakete, die SuSE als Update bereitstellt und die exakt zur verwendeten Distribution passen. SuSE empfiehlt übrigens in solchen Fällen einen Neustart des Rechners, um Konflikte mit noch laufenden Programmen zu vermeiden.

(cboltz)